Christiane Figura

Jahrgang:1966
Geburtsort:Hilden
Wohnort:Schleswig-Holstein

Lebensmotto: Wenn Du das „Warum“ zum Leben gefunden hast, erträgst Du fast jedes „Wie“ (etwas frei nach Nietzsche)

 Wie hat deine Trainerlaufbahn begonnen? / Wann?

Mein neues Berufsleben als Trainer, nachdem der Grafik-Designerin, begann nach unserem Umzug von Berlin nach Schleswig-Holstein in ein kleines Dorf. In diesem Dorf gab es einen Sportverein, aber kein Sportangebot für Kinder. So habe ich dann nach meinen über 30-jährigen Tanzerfahrungen angefangen, mit Kleinkindern,Teenagern und Jugendlichen in dem Sportverein Tanztraining anzubieten. Dafür habe ich meine ersten Sportlizenzen für Sport mit Kindern gemacht und danach ging es immer weiter mit Aus- und Fortbildungen 

Warum bist du Trainerin? Was gefällt dir am meisten an diesem „Beruf“? Welchen Beruf hättest du, wenn du nicht als Trainerin tätig wärst?

Mein Trainer Beruf ist für mich tatsächlich eine Berufung. Ich liebe es, so vielen Menschen mit meiner Art des Trainings helfen zu können, sie fitter zu machen und mehr Lebensqualität zu ermöglichen. Ich mag die Herausforderung, jedem Kunden genau das bieten zu wollen, was er gerade braucht und was ihn weiter bringt.

Wie ist dein sportlicher Wertegang vor deiner Trainertätigkeit gewesen?

Ich habe schon immer viel Sport gemacht, habe eine klassische Tanzausbildung, war 35 Jahre lang aktive Reiterin, bin schon seit meiner Kindheit Skifahrerin, aber das berufliche Interesse am Sport ist erst gekommen, als ich selbst 1999 mit mehrere Bandscheibenvorfällen gesundheitlich auf der Nase lag und gemerkt habe, dass mein Körper und ich wohl doch nicht so ein tolles Team sind wie ich immer dachte. Da erst war ich offen, mich mit Anatomie und Sportausbildungen zu beschäftigen.

Welche Stundenprofile hast du unterrichtet / welche Stundenprofile unterrichtest du?

Zuerst habe ich nur einmal pro Woche 3 Tanzgruppen von 3-18 Jahren in tänzerischer Früherziehung und Jazz-Dance unterrichtet. Später kam dann eine Frauen Jazz-Dance Gruppe dazu und nach meiner ersten Pilatesausbildung habe ich schon Pilateskurse im Verein gegeben. Nach meiner darauf aufbauenden umfangreichen Pilatesausbildung habe ich dann 2009 mein eigenes Pilatesstudio eröffnet. Heute unterrichte ich dort mein Bewegungskonzept NIM (Natural Intelligent Movement), Pilates- und Parcourstraining. Zu meinem Unterricht gehören auch Slings, Slash-Pipes und viele weitere Training-Tools.

Welche Ausbildungen hast du selber besucht? Was hat dich am meisten inspiriert? (vielleicht auch wer?)  Welche Ausbildung war im Rückblick besonders wichtig / richtig für dich?

Mit Präventions- und Rehasport Trainer fing es an und ging dann mit meinen Pilatesausbildungen weiter. Es folgten Aus- und Fortbildungen für Blackroll, Bodybliss, Beckenboden, FascialFitness, Functional Training, Nia, Slingtraining, Spiraldynamik, Trilochi, Yoga und lange Zeit auch immer wieder Pilates. NIM steht auf den inhaltlichen Säulen der Spiraldynamik®, der Pilatesmethode und der Faszienwissenschaft. Von daher kann ich sagen, dass mich diese drei Ausbildungen besonders geprägt und nachhaltig beeinflusst haben.

Du arbeitest auch selber als Ausbilderin und Presenterin. Wie ist dies zustande gekommen? Was ist begeistert dich, andere Trainer auszubilden?

Meine ersten Presentererfahrungen habe ich tatsächlich erst 2016 bei der IFAA gesammelt, die damals NIM für sich als Trainer Ausbildungskonzept entdeckt hatte und für die ersten Jahre mein Kooperationspartner war. Aber ich habe dafür bestimmt auch von meinen getanzten Bühnenerfahrungen aus früheren Jahren profitiert. Es macht mir unglaublich viel Freude, mein Wissen anderen Trainern weiterzugeben und zu sehen, wie jeder seine Persönlichkeit mit in NIM einfließen lässt. Der ganz besondere Moment ist für mich immer die praktische Aufgabe am Ende eines Ausbildungs-Moduls. Dann sehe ich, ob das Gelernte wirklich verstanden wurde und die Teilnehmer Ihr Wissen anwenden können. Für mich immer sehr aufregend, denn es ist eigentlich mein „Feedback“, ob ich gut ausgebildet habe.

Du hast ein eigenes Konzept entwickelt – NIM. Wann ist es entstanden? Und wie hat es sich entwickelt? Welche Intensionen stecken dahinter?

NIM ist 2016 entstanden, nachdem ich schon 8 Jahre ausschließlich Pilates unterrichtet hatte, merkte ich, dass mir noch ein wichtiger Baustein für mein perfektes Training fehlte, ich wusste damals nur noch nicht was. Deshalb habe ich viele Konzepte ausprobiert und getestet, u.a. Natural Movement und Functional Training, war aber tatsächlich mit keinem anderen Trainingskonzept 100-prozentig zufrieden. Entweder die Bewegungen waren mir zu unspezifisch und wenig präzise, oder aber nicht natürlich. So habe ich meine „Forscheraugen“ auf die frühkindliche Motorik gerichtet, denn ich stellte mir die Frage, was uns Menschen eigentlich für Bewegungsmöglichkeiten in die Wiege gelegt worden sind. Meine Antwort darauf war, dass wir im Normalfall mit einem perfekt ausgestatteten „Package“ auf die Welt kommen, aber leider vergessen wir ganz viel davon im Laufe unseres Lebens und verlieren damit unseren kostbarsten Schatz: Unser immenses Bewegungsrepertoire! Davon möglichst viel wiederzugewinnen und dabei erworbene Haltungsfehler zu korrigieren, ist meine Vorstellung von natürlicher intelligenter Bewegung. Das Herzstück des NIM Trainings ist das „Auf-den Boden-Hinsetzen-und-wieder-auf-stehen“. Darum dreht sich in der frühkindlichen Entwicklungsphase alles und ich bin überzeugt davon, dass wir das bis an unser Lebensende können sollten. NIM ist ein unglaublich effizientes Training und dabei gespürte Anatomie. Ganzheitlich, logisch und konsequent. Denn es gibt anatomisch gesehen nur ein „richtig“ für jede Grundposition im Training! 

Was sind deine Pläne für die nächste Zeit? 

Mit NIM habe ich eine Vision und möchte gerne möglichst viele gute NIM Trainer ausbilden, die anschließend mein „Baby“ in die Welt tragen. Mein Ziel ist, dass viele Menschen durch NIM ihr falsches Bewegungsverhalten ändern, wieder Lust haben, sich vielfältig zu bewegen, dazu ganz viel über sich und die anatomischen Zusammenhänge in ihrem Körper lernen und dadurch eine bessere Haltung einnehmen, mehr Körperbewusstsein gewinnen und sich möglichst oft selbst helfen können, wenn sie Schmerzen haben. So habe ich auch in diesem Jahr vor, ein entsprechendes Buch für den Endverbraucher zu schreiben. Damit ich auch die Menschen erreiche, die keine Lust auf Fitness Studio & Co haben.

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aktualisiert: 07.05.2022